Förderkonzept

Verpflichtendes standortbezogenes Förderkonzept der VS Pestalozzi

Die Förderung unserer Schüler/innen ist grundlegender pädagogischer Auftrag und daher ein elementares Prinzip des Unterrichts an der VS Pestalozzi.

Förderung bedeutet für uns einerseits die bestmögliche Entwicklung sowohl der grundsätzlichen Leistungsfähigkeit als auch der besonderen Talente und Begabungen unserer Schüler/innen. Anderseits wollen wir Lernversagen und damit negative Beurteilungen durch individuelle Betreuung verhindern und nach Maßgabe der bereitgestellten Ressourcen auf die besonderen Bedürfnisse unserer Kinder eingehen.

Die pädagogische Basis für einen optimal zugeschnittenen differenzierten und individualisierten Unterricht, welcher der heterogenen Zusammensetzung unserer Schülerschaft gerecht werden kann, bildet die gezielte Beobachtung in unterschiedlichen Lernsituationen, die den Pädagog/innen Erkenntnisse über Motorik, Wahrnehmung, Sprache, Kognition und den sozial-emotionalen Bereich der Kinder ermöglicht.

Wir legen großen Wert auf ein förderliches Lernklima, das an die Stärken der Kinder anknüpft und auf diese Weise die Lern- und Leistungsbereitschaft anregt.

Schulversuch „Sprachintensivierung Englisch“

Der Schulversuch „Sprachintensivierung Englisch“ nützt die natürliche Kommunikationsfreude der Schüler/innen und ihre entwicklungsbedingte Bereitschaft, sich neuen Herausforderungen zu stellen. Das Modell des integrierten Fremdsprachenunterrichts bietet optimale Bedingungen für den Erwerb kommunikativer Kompetenz und schriftlicher Umsetzung der Fremdsprache Englisch für alle Schüler/innen unabhängig von ihrer Ausgangsposition.

Die im Hinblick auf die Integration Europas und die Globalisierung der Wirtschaft immer wichtiger werdende Bereitschaft zu Weltoffenheit und konstruktiver Auseinandersetzung mit anderen Kulturen wird im selbstverständlichen täglichen Umgang mit den englischsprachigen Lehrkräften eingeübt und durch die sorgfältig geplante und angeleitete Bearbeitung vielfältiger lebensnaher Projektthemen unter Nutzung aktueller Informations- und Kommunikationstechnologien gefördert.

Der Einsatz der Native Speaker im Teamteaching mit den Klassenlehrerinnen im Ausmaß von sechs bzw. sieben Wochenstunden ermöglicht eine natürliche spielerische Annäherung an die Fremdsprache, die entsprechend den individuellen Bedürfnissen der Kinder den harmonischen Wechsel zwischen Erst- und Fremdsprache im Rahmen der täglichen Unterrichtseinheiten erlaubt.

Unbekannte Artikulation und Intonation werden nachgeahmt und durch Lieder, Reime und Spiele eingeübt. Der Einsatz von selbst erstellten Materialien, Computerprogrammen und aktuellen Medien garantiert in Kombination mit offenen Lernformen, Lernen im Spiel und handlungsorientiertem Projektunterricht die abwechslungsreiche Gestaltung des Lernprozesses in allen Gegenständen (ausgenommen Deutsch und Religion).

Alle Lehrkräfte verfügen auf Grund ihres Eigeninteresses und durch regelmäßige Fortbildung über hohe Kompetenz in der Fremdsprachenvermittlung und können daher auch in jenen Unterrichtseinheiten, die ohne Native Speaker gehalten werden, die englische Sprache selbstverständlich einfließen lassen. Emotionale Barrieren, sich in einer anderen als der Erstsprache auszudrücken, entstehen erst gar nicht und so gelingt es durch den vermehrten Unterricht in Englisch sehr rasch, die Fremdsprache als (zweite) Arbeitssprache im Unterricht zu etablieren.

Positive Rückmeldungen von Schüler/innen, Erziehungsberechtigten und weiterführenden Schulen beweisen, dass es durch dieses spezielle Angebot der sprachlichen Förderung nachhaltig gelingt, die natürliche Sprechfreude zu erhalten, die Motivation der Schüler/innen zum weiteren Kompetenzerwerb zu steigern und sie vom passiven Aufnehmen zur aktiven Anwendung der Fremdsprache zu führen.

Förderbedarf des Standortes VS Pestalozzi

Unsere Schule wird von rund 400 Schüler/innen besucht. Davon erlernen rund 25% Deutsch als Zweitsprache. Ein großer Teil dieser Kinder verfügt über solide Grundkenntnisse der deutschen Sprache, etwa 30% haben Schwierigkeiten, die Anforderungen des Deutschunterrichtes zu erfüllen und einige wenige werden aufgrund ganz geringer oder gar nicht vorhandener Deutschkenntnisse als außerordentliche Schüler/innen geführt.

Die Förderung in diesem Bereich erfolgt durch zusätzlichen Deutschunterricht für Kinder mit anderer Muttersprache als Deutsch. Die Betreuung ist dem jeweiligen Sprachstand angepasst und trainiert – hauptsächlich spielerisch – den praktischen Gebrauch der deutschen Sprache. Die Lerngruppen werden von maximal 8 Schüler/innen der Grundstufe 1 (1. und 2. Schulstufe) bzw. der Grundstufe 2 (3. und 4. Schulstufe) besucht.

Die Förderung zur Vermeidung negativer Beurteilungen ist schon aufgrund unterschiedlicher Begabung und Leistungsfähigkeit notwendig und wird einerseits durch die Klassenlehrerinnen in Form von Differenzierung und individueller Hilfestellung im Regelunterricht gewährleistet. Anderseits werden während des Schuljahres explizite Förderstunden in Kleingruppen flexibel und bedarfsorientiert angeboten.

Im Verlauf des Schuljahres 2014/15 ist es uns gelungen, eine Struktur zu entwickeln, die ein Höchstmaß an individueller Betreuung garantiert. In enger Zusammenarbeit zwischen Klassen- und Förderlehrerin wird das Förderkonzept für jedes Kind erstellt und in Kleingruppen von drei bis fünf Schüler/innen umgesetzt. Der regelmäßige Kontakt zwischen den Lehrpersonen stellt sicher, dass die geplanten Maßnahmen laufend den Lernfortschritten und/oder veränderten Bedürfnissen angepasst werden, bis das Förderziel erreicht ist.

Als weiterer wichtiger Punkt ist die Förderung von sozialen und emotionalen Kompetenzen zu nennen. Auch dieser Bereich liegt in der Volksschule praktisch zur Gänze in den Händen der Klassenlehrer/innen, die entsprechend der jeweiligen Klassensituation soziales Lernen praktizieren. So wird zum Beispiel das Gewaltpräventionsprogramm „Faustlos“ in mehrern Klassen erfolgreich eingesetzt. Bei Bedarf kann auch Unterstützung durch eine Beratungslehrerin angefordert werden.

Im Bezug auf Lese-Rechtschreib- bzw. Rechenschwäche, Sprachstörungen und andere spezifische Problemfelder einzelner Kinder wird immer wieder Förderbedarf festgestellt. Drei Kolleginnen mit spezieller Ausbildung  (Lernberaterin für Lese-Rechtschreibschwäche bzw. Rechenschwäche, Sprachheilpädagogin), die auch noch an mehreren anderen Schulen tätig sind, stehen für die Beratung der Klassenlehrerinnen und die Förderung der Kinder in Kleingruppen zur Verfügung.

Mit Beginn des Schuljahres 2016/17 startet an unserer Schule das „Projekt Begabungsförderung“. Eine speziell ausgebildete Kollegin unterstützt die KlassenlehrerInnen bei der „Schatzsuche“ nach den besonderen Talenten und Begabungen der Kinder, bietet Enrichmentgruppen und Begabtenkurse an und steht auch als Anlaufstelle für Eltern zur Verfügung.

Neben dieser Förderung von besonders begabten Schüler/innen umfassen die zusätzlichen Angebote außerhalb des Regelunterrichts den sprachlichen, sportlichen und musisch-kreativen Bereich.
Neu ab dem Schuljahr 2016/17 ist die unverbindliche Übung „Interessen- und Begabungsförderung“, die unseren Kindern ab der 2. Schulstufe Aktivitäten im musisch-kreativen Bereich ermöglicht.

Weiters bieten wir ab der 2. Schulstufe Italienisch, Spanisch und Ungarisch als unverbindliche Übungen im Ausmaß von je 1 Wochenstunde. Die sportbegeisterten Kinder können ab der 3. Schulstufe an der unverbindlichen Übung „Fußball“ (2 Wochenstunden) teilnehmen.

Erwerb spezifischer Kompetenzen

Im Bereich der Leseförderung gibt es an unserer Schule vielfältige Angebote und Möglichkeiten. Die Verwendung von „Spatzenpost“ und „Lux“ bzw. „Lux – Join in“ als Zusatzlektüre in den Klassen sowie verschiedenste Leseprojekte bieten interessante Leseanlässe. Die Neueinrichtung und Erweiterung unserer Bibliothek wurde mit Ende des Schuljahres 2014/15 abgeschlossen, sodass nun ein kindgerechtes, ansprechendes Ambiente und viele neue – auch englische – Bücher für eifrige „Leseratten“ zur Verfügung stehen.

Mit der Durchführung des „Salzburger Lese-Screenings“ erhalten die Lehrerinnen Aufschluss über den Stand und die Fortschritte der Lesefähigkeit der Schüler/innen im Verlauf eines Schuljahres und können so die Effektivität der Leseförderung beurteilen.

Maßnahmen an den Nahtstellen Kindergarten – Volksschule bzw. Volksschule – weiterführende Schulen

Im Rahmen der Initiative „SQA – Schulqualität Allgemeinbildung“ beschäftigen wir uns seit dem Schuljahr 2013/14 intensiv mit dem Übergang vom Kindergarten in die Volksschule. Die Zusammenarbeit mit den Kindergärten im unmittelbaren Einzugsgebiet unserer Schule zielt darauf ab, den Schulanfänger/innen einen harmonischen, stressfreien Schuleintritt zu ermöglichen.

Zu diesem Zweck planen die Klassenlehrerinnen der 2. Klassen gemeinsam mit den Pädagoginnen der Kindergärten Dr. Haberl-Gasse, Pestalozzi und Schrattensteingasse je einen Besuch der Schulkinder im Kindergarten vor Weihnachten und vor Ostern. Die individuelle Gestaltung der Besuche ist den einzelnen Kolleginnen überlassen. Beim gemeinsamen Singen, Basteln, Spielen lernen die Kinder einander kennen oder sehen ihre Kindergartenfreunde, die jetzt schon in der Schule sind, wieder. Auch ein erster Kontakt zu Lehrerinnen und Schulleiterin wird hergestellt.

In der letzten Schulwoche werden die Erstklässler/innen des folgenden Schuljahres mit ihren Eltern zu einem „Schnuppertag“ in die Schule eingeladen. Nun steht bereits fest, welche Klasse sie besuchen werden und sie lernen bei dieser Gelegenheit ihre zukünftige Klassenlehrerin kennen. Auch die Eltern erhalten bei einem ersten Elternabend noch vor Schulschluss alle notwendigen Informationen für einen erfolgreichen Schulstart ihres Kindes.

Mit Beginn des neuen Schuljahres wird die im Kindergarten begonnene Zusammenarbeit von den Klassenlehrerinnen der „Partnerklassen“ fortgesetzt. Die „Schulengel“ (3. Schulstufe) unterstützen die „Schulmäuse“ (1. Schulstufe) bei der Eingewöhnung in den Schulalltag, helfen bei der Orientierung im Schulhaus und stehen als Ansprechpartner zur Verfügung. Gemeinsame Projekte vertiefen diese jahrgangsübergreifende Arbeit und fördern das gemeinsame Lernen voneinander und miteinander.

Bei der Wahl der weiterführenden Schule unterstützen wir die Schüler/innen der 4. Klassen und deren Eltern durch individuelle Beratung und die Weitergabe von Informationsmaterial.

Alle zwei Jahre laden wir alle Interessierten zu einer Informationsveranstaltung ein, bei der Vertreter/innen der weiterführenden Schulen ihre Angebote und Schwerpunkte präsentieren und für Fragen und Gespräche zur Verfügung stehen.